Essaouira Marokko: Die Stadt des Windes – Windsurf-Guide

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Essaouira ist bekannt als ‚Stadt des Windes‘ – der Alizé weht hier fast täglich 20–35 Knoten
  • Langer Sandstrand südlich der Altstadt – flaches Wasser, kein Riff, ideal für Freeride
  • UNESCO-Weltkulturerbe Medina direkt am Surf-Spot – einmalige Kulisse
  • Beste Reisezeit: April bis September, Kombination mit Kulturreise durch Marokko perfekt

Essaouira ist eine der schönsten Städte Marokkos – und gleichzeitig einer der windreichsten Orte Afrikas. Die Blaue Stadt an der Atlantikküste, bekannt für ihre weiß-blauen Gassen, ihre historische Stadtmauer und die Möwen die im konstanten Wind kreisen, hat den Spitznamen „Stadt des Windes“ – und der ist absolut verdient. Für Windsurfer ist Essaouira ein Spot der sich perfekt mit einer Kulturreise durch Marokko kombinieren lässt.

Der Alizé – Essaouiras ewiger Wind

Der Alizé ist ein konstanter Nordostpassat der die Atlantikküste Westafrikas entlangstreicht. In Essaouira trifft er auf eine besondere topographische Situation: Die Stadt liegt an einem Vorsprung der Küste, der den Wind wie ein Trichter bündelt und verstärkt. Von April bis September weht der Alizé fast täglich mit 20–35 Knoten – pünktlich, konstant, zuverlässig. Kein anderer Spot in Marokko hat diesen Wind so regelmäßig.

Der Windsurf-Spot: Plage d’Essaouira

Direkt südlich der historischen Stadtmauer erstreckt sich ein langer, breiter Sandstrand – die Plage d’Essaouira. Flaches Wasser, kein Riff, sanfter Einstieg vom Strand. Der Wind kommt seitwärts bis leicht ablandig aus Nordnordost – ideal für Freeride und Einsteiger. Die Wellen sind moderat (1–2 Meter) und regelmäßig – gut für Wave-Einsteiger die erste Wellen-Erfahrungen sammeln wollen.

Mehrere Schulen und Verleihe direkt am Strand, alle mit aktuellem Equipment. Tagesmiete ca. 40–60 €. VDWS-Zertifizierung nicht überall vorhanden – vor der Buchung nachfragen.

Windverhältnisse und beste Reisezeit

Monat Alizé-Wind Temp. (Luft) Bewertung
Jan–MärzUnregelmäßig14–18°C⭐⭐⭐ Nebensaison
April/MaiBft 4–5 aufbauend18–22°C⭐⭐⭐⭐ Gut, wenig Betrieb
Juni–Aug.Bft 5–6 täglich20–24°C⭐⭐⭐⭐⭐ Beste Saison
SeptemberBft 4–521–25°C⭐⭐⭐⭐⭐ Warm + Wind
Okt–Dez.Nachlassend17–21°C⭐⭐⭐ Herbst, ruhiger

Essaouira: Surf + Kultur = perfekte Kombination

Was Essaouira von anderen Windsurf-Spots unterscheidet: die Stadt selbst. Die Medina ist UNESCO-Weltkulturerbe – weiß getünchte Häuser, blaue Fensterläden, enge Gassen voller Kunsthandwerker, Gewürzstände und Cafés. Nach der Session schlenderst du durch die Souks, isst frischen Fisch direkt am Hafen (ab 5 €) und sitzt abends in einem der Cafés auf der Stadtmauer mit Blick aufs Meer. Das gibt es so nirgendwo sonst.

Essaouira in Kombination mit Dakhla oder Agadir

Essaouira liegt ca. 3 Stunden nördlich von Agadir und 8 Stunden nördlich von Dakhla – ideal für eine kombinierte Marokko-Windsurf-Tour. Empfohlene Route: Flug nach Agadir → Essaouira (3 Tage, Kultur + Surfen) → Dakhla (7–10 Tage, intensive Sessions) → Rückflug. Das ist eine der beeindruckendsten Windsurf-Reisen überhaupt.

Anreise und praktische Infos

Nächster Flughafen: Agadir (AGA), ca. 3 Stunden Fahrt. Direktflüge aus Deutschland mit Ryanair, TUI und Condor ab ca. 80–150 € (Frühbucher). Alternativ: Flug nach Marrakesch (RAK), 3,5 Stunden Fahrt – oft günstiger mit mehr Flugoptionen. Keine Visumspflicht für Deutsche. Mietauto empfohlen (ab 25 €/Tag).

Unterkunft: Essaouira hat viele Riads in der Medina (traditionelle Innenhof-Häuser) ab 40–80 €/Nacht. Das Wohnen in der Medina direkt am Surf-Spot macht das Erlebnis komplett. Essen sehr günstig – frischer Fisch am Hafen ab 5 €, Restaurant-Dinner ab 10 €.

Fazit: Essaouira ist Windsurfen mit Seele

Essaouira ist kein Hochleistungs-Spot – es ist ein Erlebnis. Der tägliche Wind, die historische Stadt, der frische Fisch, die marokkanische Gastfreundschaft und die surreale Atmosphäre machen Essaouira zu einem der stimmungsvollsten Windsurf-Trips der Welt. Wer Dakhla für die intensive Sessions und Essaouira für das kulturelle Erlebnis kombiniert, hat das Beste aus zwei Welten.

Essaouira: Die Medina erkunden

Nach der Session lohnt sich ein Bummel durch die UNESCO-Medina. Die engen Gassen mit den weißen Häusern und blauen Fensterläden, die Handwerker-Souks mit Thuya-Holzarbeiten, die Fischerboote im Hafen und der Blick von der Stadtmauer auf den Atlantik – Essaouira ist eine der schönsten Altstädte Marokkos. Am Hafen gibt es frischen Fisch direkt vom Boot für 3-5 EUR – einer der besten Street-Food-Erlebnisse Marokkos.

Jimi Hendrix und die Musikszene

Essaouira ist für seine Musikszene bekannt – Jimi Hendrix soll in den 1960er Jahren hier Zeit verbracht haben (ob die Legende stimmt ist umstritten). Sicher ist: Das jährliche Gnaoua und World Music Festival im Juni zieht Musiker und Besucher aus aller Welt an. Selbst ohne Festival ist die Musikatmosphäre in den Cafés und auf den Plätzen der Medina spürbar.

Fazit: Essaouira ist Windsurfen mit Seele

Essaouira ist kein Hochleistungs-Spot – es ist ein Erlebnis. Der tägliche Wind, die historische Stadt, der frische Fisch, die marokkanische Gastfreundschaft und die besondere Atmosphäre machen Essaouira zu einem der stimmungsvollsten Windsurf-Trips weltweit.

Maja Svensson

Autor: Maja Svensson

Maja kommt aus Schweden und hat ihre ersten Windsurfstunden auf dem Vätternsee gemacht. Heute ist sie Spot-Spezialistin mit persönlicher Erfahrung an über 40 Spots in Europa und Übersee – von Fuerteventura über Lefkada bis Bonaire. Als Meteorologin weiß sie außerdem genau, wie man Windvorhersagen richtig liest und den perfekten Session-Tag plant.